News Detail

20.08.2019 Challenge im Versicherungsmarkt

Welche Faktoren zählen für die Zukunft?

 

Wichtige Herausforderungen


Gemäss Gero Matouschek, bei PwC Financial Service-Experte, gibt es für die Generalagentur gleich eine Reihe von Herausforderungen:

  • Die erwähnten Veränderungen des Kundenverhaltens. Kunden erwarten ein übergangsloses Zusammenspiel zwischen den Kommunikationskanälen (insbesondere persönliche Interaktion, digitale Interaktion über Apps, Websites); sie erwarten eine individualisierte Beratung und sind generell gut informiert und preissensibel.

  • Steigender Kostendruck in einem härter werdenden Verdrängungswettbewerb, vor allem im zunehmend standardisierten Retail-Geschäft, bei gleichzeitig begrenztem (Markt-)Wachstum. Immer mehr standardisierte Angebote werden auf Online-Plattformen vergleichbar. Für Generalagenturen (und Versicherungen) steigt entsprechend der Druck, die Prozesse zu standardisieren und zu automatisieren.

  • Digitalisierung. Die Digitalisierung spielt hier eine Rolle bei der «Unterstützung» der Arbeit des Kundenberaters, bei Data Analytics und bei Trigger-based-CRM-Systemen, mit denen Versicherungen ihre Kundenbeziehungen verwalten und mit denen sie die Kundendaten verstärkt nutzen.

  • Zu den weiteren, etwas weniger im Vordergrund stehenden Herausforderungen zählen die Rekrutierung beziehungsweise Qualifizierung von neuen Vermittlern, eine aktivere Bearbeitung des Kundenbestandes, regulatorische Themen, der Konsumentenschutz sowie Veränderungen beim angebotenen Produktspektrum.

 

Versicherung als Einheit


Eine besondere Betrachtung verdient die Digitalisierung. Laut Gero Matouschek nimmt der Kunde die Versicherung als Einheit wahr und setzt reibungslose Übergänge zwischen unterschiedlichen Kanälen vor­aus. Dies erfordert eine versicherungsseitige Ausrichtung auf einen Omni-Kanal-Ansatz. «Die unterschiedlichen Vertriebskanäle und hierbei vor allem die Generalagenturen und Online-Kanäle stehen heute teilweise im Wettbewerb zueinander», erklärt Matouschek.

 

www.handelszeitung.ch; Auszug aus: Von allen Seiten unter Druck; Matthias Niklowitz


 


VERSICHERUNGEN 2020 TRENDS, TECHNOLOGIEN UND GESCHÄFTSMODELLE


Wohin geht die Entwicklung im Versicherungsmarkt?
Bei einer Befragung* ergaben sich verschiedene Schwerpunkte zu einer Differenzierung der Versicherungsunternehmen.
Die analysierten Faktoren zur Differenzierung im Wettbewerb lassen sich in verschiedene Bereiche einteilen:

  • Produkte/Produktentwicklung
  • Beratung und Service
  • Unternehmens-Performance
  • Unterstützung durch Technologie.


Produkte/Produktentwicklung
Die  angebotene „Produktvielfalt“ eines Versicherungsunternehmens, seine Fähigkeit zur Innovation und zur Entwicklung neuer Produkte und Services sind heute wie auch in Zukunft wichtige Faktoren zu Differenzierung im Wettbewerb.Die Produktentwicklung gehört zu den Kernaufgaben einer Versicherung und beeinflusst ihre Zukunftsfähigkeit enorm. Vor dem  Hintergrund veränderter  Risikogruppen der Versicherten sowie Umwelteinflüssen wie Klimaveränderung, Geldpolitik oder demografischer Wandel müssen Versicherungsprodukte kontinuierlich angepasst oder neu konzipiert werden.

Beratung und Service
Von überragender Bedeutung sind in Zukunft „Beratungsqualität“ Und die „Geschwindigkeit der Schadenbearbeitung und Kundenkommunikation“ wird nach Einschätzung der Befragten im Jahr 2020 für den Geschäftserfolg signifikant wichtiger sein als heute.

Unternehmens-Performance
Auf  betriebswirtschaftlicher  Ebene sind heute und in Zukunft wichtige Differenzierungsmerkmale die „Performance der Geschäftsprozesse/Geschwindigkeit“, „Risikomanagement/Gesamtunternehmens-steuerung“ und die „Kostenführerschaft“. Auch die „Qualität der Betreuung und Einbindung von externen Vertriebspartnern“ wird eine wichtige Unique Selling Proposition darstellen.

Unterstützung durch Technologie
Der Einfluss der Informationstechnologie auf die Leistungsfähigkeit von Geschäftsprozessen nimmt stark zu. Gerade durch das steigende Datenaufkommen werden die Abläufe in den Geschäftsprozessen stark beansprucht. Weiterhin wird ein Grossteil der Kundenkommunikation bereits über digitale Kanäle wie E-Mail sowie Internet abgewickelt. Daneben steigt das Datenaufkommen durch digitale Archivierungslösungen, indem die Eingangspost  (Rechnungen, Schadenmeldungen, Anträge, Policen) eingescannt und über Workflows an die zuständigen Mitarbeiter verteilt wird.


In Zukunft nehmen die „Technologieführerschaft (IT)“ und insbesondere die „IT-Ausstattung des Aussendienstes“, die eine direkte Policierung vor Ort beim Kunden ermöglicht, stark zu. Die mittlere Bedeutung der „Technologieführerschaft“ steigt von 2,9 auf 3,2, während die „IT-Ausstattung des Aussendienstes“ von 3,0 auf 3,4 zulegt. Ebenfalls an Bedeutung gewinnen wird die Fähigkeit zu einer „Stringenten  Kommunikation über mehrere Kanäle hinweg (Multi-Channel-Kommunikation)“. Überproportional zunehmen wird allerdings der Stellenwert  der technischen Unterstützung für den Vertrieb. Hier sind die Unterschiede von gegenwärtiger und zukünftiger Bedeutung am grössten: „Kunden-portale auf der Webseite“ haben bereits heute eine hohe Bedeutung (Mittelwert: 2,9); im Jahr  2020 werden sie jedoch ungleich wichtiger geworden sein (Mittelwert: 3,5). Siehe Grafik rechts.

Quelle: Gekürzter Auszug aus: Versicherungen 2020Trends, Technologien und Geschäftsmodelle; eine unabhängige Marktanalyse der Lünendonk GmbH

*Über 120 Manager aus 87 Versicherungsunternehmen haben sich die Zeit genommen, in ausführlichen telefonischen Interviews die gegenwärtige Situation und wahrscheinliche zukünftige Entwicklung der Versicherungswirtschaft in Deutschland einzuschätzen.

 

 





Herausforderungen im Versicherungsmarkt